Tiere

schwein-hell-1Auf dem Hof leben eine Reihe Tiere, die allesamt eins verbindet: wären sie nicht hier, wären sie entweder bereits tot oder hätten vermutlich ein deutlich schlechteres Leben.

Die Zahl der Tiere, die hier leben können, ist begrenzt. Zum Schutze aller sind es nur so viele, dass einer alleine sie versorgen kann sowohl ganz pragmatisch (misten, füttern, streicheln etc.) als auch finanziell. So ist gewährleistet, dass es ihnen auch in schwierigen Zeiten gut geht.

Gänse: Daisy, Gundl, Gustav

Geflügel Rote Scheune e.V.Die drei sind so was wie die Alarmanlage des Hofes. Oder – je nachdem, wen man fragt: der Schrecken des Hofes.
Eigentlich sind sie ja ganz süß – zumindest, wenn man sie auf dem Arm hat und sie einen weder zwacken noch mit dem Flügel schlagen können… darüber hinaus sind sie auf jeden Fall großartige Persönlichkeiten.
Gustav hat irgendwann angefangen, Eier zu legen – aber naja, das mit den Namen ist ja eh konventioneller SchnickSchnack … das findet übrigens auch Daisy, der sich als der Ganter im Haus herausgestellt hat…

Hühner: Die Lillies

lilli-2Die Lillies haben wir von Rettet das Huhn e.V. von dem sie vor dem sicheren Tod gerettet wurden. Als ehemalige Legehennen hatten sie ausgedient, als die Legeleistung nachliess – die einzige „Verwendung“ war der Schlachter. Glücklicherweise gibt es immer wieder die Möglichkeiten, die Hennen dann im Rahmen dieser „Ausstallung“ zu übernehmen. Als ehemalige Bodenhaltungshennen sahen sie fürchterlich aus, als sie zu uns kamen: herausgerupfte Federn, blasse, abgerupfte Kämme, kupierte Schnäbel, zum Teil offene Wunden.
Nicht alle haben es geschafft, einige sind in den ersten Tagen nach der Übernahme an Entkräftung oder durch den Stress gestorben. Die, die es geschafft haben, haben sich schnell an das Hühnerleben gewöhnt: Sandbaden, Scharren, den Katzen das Katzenfutter abjagen: alles, was inzwischen so normal aussieht, was ihnen aber in den ersten 17 Monaten ihres Lebens verwehrt blieb.
Wenn man sich mit ihnen beschäftigt – ihre Eigenheiten, ihre Persönlichkeiten kennenlernt, wenn man sie auf dem Arm hat (und im schlimmsten Fall in unseren Armen stirbt) dann fragt man sich, wie es sein kann, dass diese witzigen, klugen neugierigen Tiere millionenfach ein solches Elend erleiden müssen. Jede der Lillies strahlt so viel Lebensfreude aus, hat so viel Spass am Leben.
Die Lillies haben auch unseren Bezug zu den Tageszeiten geändert – dadurch, dass sie nachts in den mardersicheren Stall müssen, gelten keinen Uhr-, sondern Lilliezeiten – d.h., wenn es „spät genug“ ist, gehen sie von selbst schlafen – und stehen auf, wenn sie denken, dass es Zeit ist. Das ist im Winter natürlich zu einer anderen Zeit als im Sommer – und so haben auch wir gelernt, dem Wechsel der Zeiten und des Tageslichtes mehr Bedeutung zu schenken.

Laufenten

tictrictrac-1Tic & Tric waren mal Tic, Tric und Trac – bis wir Trac eines Tages unter einem umgefallenen Zaun fanden :-(
Zu uns gekommen sind sie über den Retscheider Hof, bei dem sie als „Wildenten“ abgegeben wurden … sind sie aber gar nicht, sondern waschechte wildfarbene Laufenten.
Bei uns heissen sie auch „der Debattierclub“ – denn das ist, was sie tun, wenn sie nicht laufen: sie stehen und stecken die Köpfe zusammen – was immer so aussieht, als würden sie gerade vehement diskutieren.
Schlau wie sie sind halten sie sich immer in der Nähe der Gänse auf – einen sichereren Platz gibt es auf dem ganzen Hof nicht.

Emma

emma-im-grasEmma war unser Wunschhund: alt, krank (wie krank, haben wir aber erst später festgestellt), freundlich und unkompliziert. Nach 7 Jahren als Kettenhund und Gebärmaschine kam sie heute vor genau einem Jahr aus Slowenien zu uns. Neben einer ordentlichen Portion Übergewicht brachte sie ein Mamakarzinom mit, das wir dann später haben operieren lassen. Aber das ist egal, denn für Emma wurde der Hashtag „Superbiglove“ erfunden und nichts wird das ändern. Vom ersten Tag an hat sie sich super mit Feli verstanden und auch das mit der Stubenreinheit (was am Anfang immermal schwierig war) haben wir genau so in den Griff bekommen wie ihre Angst vor’m Autofahren (am Anfang hat sie sich regelmäßig vor das Auto gelegt hat, weil sie partout und gar keinesfalls einsteigen wollte). Der Krebs stagniert auch … Danke an den Tierschutzverein Lemuria e.V., dass wir Feli und Emma in unserem Leben haben!

Kater Opa Flummi

KatzenAls Opa Flummi zu uns kam, hiess er noch Harry – aber nach dem ersten Wochenende war klar, dass er Opa Flummi ist: alt aber voller Lebenswille und Energie. Mit seinem verbleibenden einem Zähnchen beisst er sich tapfer durchs Leben und gibt auch Feli, wenn sie mal zu sehr nervt, eins auf die Nase. Seine Geschichte ist allerdings nicht ganz so schön – Ulrike Schnappat von www.tierenatürlichbehandeln.de hat ihn nicht nur gesundheitlich wieder hergestellt, sondern auch seine Geschichte aufgeschrieben: „Der Kater wurde aus schlechter Haltung eingezogen; seine 14 Lebensjahre müssen elend gewesen sein. Eingesperrt mit mehreren Artgenossen in einer kleinen Wohnung, waren die Tage öde und geprägt von Mangel in vielerlei Hinsicht. Harry war in schlechtem Zustand als er in das Tierheim kam: abgemagert, das Fell stumpf, die Zähne verrottet. Das erste Blutbild spiegelte die schlechte Ernährung; gleichzeitig hatte der Körper wie in Lehrbüchern beschrieben auf die miserable Zahngesundheit reagiert: die Entzündung hatte sich in Kiefer- und Schädelknochen ausgebreitet, die Nierenwerte waren auffällig, der Blutdruck war zu hoch und das Herz schlug angestrengt.
Harry kniff ständig die Augen zu und er schüttelte den Kopf um sich von dem Druck auf den Ohren zu befreien. Er hatte starke Schmerzen. Eine umfassende Zahnsanierung und die angepasste Nachsorge brachten eine fast sofortige Besserung.“ Nachdem er sich einige Zeit auf Ulrikes Pflegestelle erholen durfte, ist er dann nach Dooleys Tod bei uns eingezogen.
Ganz gesund ist er zwar immer noch nicht (und wird es wohl auch nie werden) aber als ältester Bewohner regiert er souverän über uns. Am liebsten wirft er sich den Menschen gleich an den Hals und macht da auch bei Besuchern nicht halt, denen er gerne ohne viel Aufhebens direkt auf die Schulter klettert und mit nur schwer misszuverstehendem Mauzen so lange Befehle gibt, bis er eine für ihn genehme Position einnehmen konnte.

Die Scheu(n)en Katzen Kratz, Bürste, Fauchi und #4 haben wir aus dem Tierheim Bonn, wo scheue Katzen immer einen schweren Stand haben, sind sie doch nicht „süß“ und „knuddelig“, sondern unsichtbar und kratzbürstig. So war das auch bei uns: die ersten Monate haben wir sie nur unter dem Sofa in der Scheune sitzend gesehen: Große Augen, die uns anfunkeln und leises Gefauche… Aber wir hatten ja Zeit – alle Zeit, die die drei brauchten, sich bei uns einzugewöhnen. Das haben sie dann auch getan – jede auf ihre Weise: Bürste ist zum Schmusemonster geworden und stößt einem auf der Suche nach einer Streicheleinheit schon mal gerne die Kaffeetasse aus der Hand. Kratz(i) möchte gerne schmusi sein, traut sich aber nicht so recht: sie wirft sich bei jeder Gelegenheit gegen unsere Beine und lässt sich dann auch streicheln. Wenn wir allerdings von uns aus auf sie zukommen, guckt sie uns an, als würde sie uns zum ersten mal sehen … aber das wird schon … Fauchi ist immer noch der scheueste der Drei. Zwar kommt er inzwischen auch zum Fressen rein und lässt sich dann und wann auch mal streicheln, insgesamt sind wir ihm aber noch suspekt und so bleibt er lieber auf Abstand. Momentan schaffen wir es, dass er wenigstens sitzen bleibt, wenn wir in den Raum kommen … ein Anfang, immerhin.

Bert…

schafe…Bert ist ein „Klassiker“. Ein süßes kleines Lämmchen, das sich dummerweise als Bock rausgestellt hat und damit nicht „nutzbar“ war. Als dann sogar noch die Hobbyhaltung endete, gab es für Bert gar keine Zukunft mehr – bzw. die, die für ihn vorgesehen war, führte zum Schlachter.
Glücklicherweise hat ein engagierter Freund uns überredet, Bert aufzunehmen – was für uns ein achtes Abenteuer war, denn einen waschechten Schafbock hatten wir bis dahin noch nicht. Und er hat seinem Ruf auch alle Ehre gemacht: Kopf runter, drei Schritte zurück, Anlauf genommen und los …
Nach der Kastration wurde aus Bert Bertibärchen – und das ist er bis heute geblieben. Er kommt mit allen gut aus, mit den beiden Zwergziegen Frieda und Lotte, der großen Ziege Bonnie, „seiner“ kleinen Herde und sogar mit Feli und Emma versteht er sich prima.

Frieda, Lotte & Bonnie…

frieda-lotteFrieda und Lotte waren die ersten, die bei uns eingezogen sind. Das ist insofern besonders, weil die Absprachen lauteten: wir fangen ruhig an. Vielleicht Schafe. Oder Heidschnucken. GAR KEINESFALLS ZIEGEN. Naja, und schwupps waren da die Ziegen ;-). Frieda und Lotte haben es uns aber auch leicht gemacht, kein Ausbrechen, kein nix … nur manchmal ein bisschen rummeckern und ansonsten fressen, wiederkäuen, schlafen, fressen, wiederkäuen .. ab und an mal gebürstet werden … Mit dem Ankommen anderer Tiere mussten die beiden sich dann aber doch behaupten – und das haben sie auch prima gemacht: Frieda und Lotte, die alles zusammen machen, bleiben die gehörnten Königinnen der kleinen Mischherde. Und wenn das jemand mal vergisst, gibt es einen kleinen Schubs. Mit inzwischen ca 10 Jahren sind die beiden nicht mehr die allerjüngsten – was man ihnen aber kaum anmerkt – man kann immer noch prima mit ihnen über die Wiesen laufen.
ziege-1Bonnie ist eine weiße deutsche Edelziege und riesig im Vergleich zu Frieda und Lotte. Über ihre Vergangenheit ist nicht viel bekannt – aber allzu gut kann sie nicht gewesen sein, sonst wäre sie nicht mit herausgenommenen Ohrmarken durch die Gegend geirrt … Wie auch immer: jetzt ist sie bei uns und sie geht auch nicht mehr weg.

schweineTony & Carmela waren das Schweinchen-Gegenstück zum Welpenhandel. Gehalten in einem kleinen Käfig wurden sie als super süße Minischweine zum Kauf angeboten. Super süß sind sie immer noch – aber Mini sicherlich nicht mehr …
Wir haben uns nie der Illusion hingegeben, dass sie so klein bleiben würden – verstehen aber nun noch besser, wieso so viele dieser Tiere in Tierheimen landen, denn – Überraschung: sie wachsen. Sie suhlen sich. Sie lieben es zu graben. Sie brauchen Artgenossen. Sie wollen laufen. Und entdecken.
Die beiden sind nicht anders als Feli und Emma: sie sind neugierig, sie lernen, sie lieben es, am Bauch gekrault zu werden – und jedes mal, wenn wir sie ansehen bricht es uns einmal mehr das Herz, welches Unrecht den Schweinen in der Welt da draußen angetan wird.

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