Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich Dich immer sehen kann.

Es gehört zum Leben dazu, dass Tiere sterben, aber wenn es passiert, trifft es uns jedes Mal sehr. Die Erinnerung an diese Tiere wird aber für immer ein Teil unseres Lebens bleiben.

  • Feli
    feli-springtFeli, war der lebensfreudigste und freundlichste Hunde der Welt. Sie wollte und war mit allen befreundet und hat sich von keiner Abfuhr beeindrucken lassen. Durch ihre – manchmal wirklich tolpatschige – Art hat sie uns immer wieder zum Lachen gebracht hat und dafür gesorgt hat, dass es besonders Emma auch in schlechten Zeiten immer gut ging.
    Eigentlich stand sie damals gar nicht auf unserer Liste – wir warteten schon auf Emma, als der Anruf kam, ob wir nicht vorübergehend (hahaha) einen Hund aufnehmen könnten, der sich im Tierheim total aufgibt… Und da war sie dann: Feli – das genaue Gegenteil von dem, was wir gesucht hatten. Unsere Suchkriterien waren: alt, krank, nicht mehr so’n totales Aktivbündel, gut erzogen, gerne Autofahren – und naja, immerhin liebte sie Autofahren und war echt krank. Als sie zu uns kam, war sie – die auf einem Balkon leben musste – aufgrund nahezu nicht entwickelter Muskeln wie ein wandelndes Gummiband und das ist auch bis zum Schluss so geblieben- Feli hat sich immer mit dem ganzen wackelnden Körper gefreut. Und sie hat sich oft gefreut. Eigentlich über alles. Die Sehnen und Muskeln wurden im Rahmen des Möglichen aufgebaut, eine Knie OP überstanden und auch eine Femurkopfresektion. Genau hier begannen zu einem Zeitpunkt, als wir dachten, dass das schon längst überstanden sei, die Probleme. Eine eitrige Entzündung direkt am Knochen, Nierenversagen, Anämie … alles innerhalb von 9 Tagen. Die Bluttransfusion, von der wir hofften, dass sie uns die dringend notwendige Zeit verschaffen würde, war für sie tödlich.
  • Trick
    Trick ist ähnlich wie Track leider eine Opfer seines eigenen Größenwahns geworden. Nach einer langen Genesungszeit und einer halbseitigen Fußamputation, die er so tapfer überstanden hat, hat er sich dann – wieder einmal – mit den Gänsen angelegt. Am Ende dann mit einem für ihn tödlichen Ausgang.
  • Lillies
    Die Lillies kommen ja immer in einem erbärmlichen Zustand und haben dann schon 18 Monate Hochleistungslegen hinter sich – nicht alle erholen sich hiervon so gut, wie wir uns das wünschen. Obwohl wir immer besser werden im Erkennen von ersten Anzeichen und eine superbe vogelkundliche Tierärztin haben, können wir zu oft nichts mehr für sie tun. Manchmal sehen, wir, dass es zu Ende geht (und greifen dann natürlich ein), manchmal finden wir sie tot im Stall. Seit wir vor 3 Jahren angefangen haben, die Hühner zu übernehmen, sind 27 von insgesamt 51 Hühnern gestorben  – aber für jedes einzelne der Lillies war es richtig, dass sie noch einmal Gras unter den Krallen hatte und im Sand baden durfte.
  • Brian
    Ob Brian tatsächlich tot ist, wissen wir nicht – jedenfalls ist er weg. Ob er in einem Fuchsbau gelandet ist oder auf einem anderen See – wir wissen es nicht. Was wir wussten, war, dass er fliegen konnte – und wollte. Und, dass wir ihm das nicht durch das Beschneiden der Flügel nehmen wollten – mit allem Risiko, das dazu gehört. Seine Kumpel Lee & Slim ( die genauso gut fliegen können) sind noch hier, Brian ist „irgendwo“
  • Rubina
    Rubina wurde gefunden und über einen viel zu langen Zeitraum (10 Tage) in einer Tierarztpraxis versorgt, aber nicht behandelt. Sie sollte sogar vermittelt werden … Zu uns gekommen ist dann ein absolut erbarmungswürdiges Würmchen; ausgezehrt und in einem Zustand, der uns allen das Herz gebrochen hat. Trotz der sofortigen Intensivpflege durch unseren Tierarzt und unsere Tierheilpraktikerin konnte ihr nicht mehr geholfen werden – wir mussten in ihrem Sinne entscheiden aufzugeben. Am Ende konnten wir ihr nur eine Woche Zuneigung und eine Zuhause geben sowie das Versprechen, niemals aufzugeben.
  • Crash
    Crash haben wir am Straßenrand gefunden – nachdem wir gesehen haben, wie sie auf der anderen Straßenseite überfahren wurde (und der Fahrer einfach weitergefahren ist). Wir sind dann mit ihr zum Nottierarzt und als klar war, dass sie weder gechippt noch tätowiert war,  haben wir sie zu „unserer“ Katze gemacht. Letztendlich war auch das umsonst (wären wir nicht für die Kosten der Behandlung aufgekommen, wäre sie wohl gleich eingeschläfert worden) – nach einer Woche haben wir den Kampf um sie verloren.
    Sie wusste nicht, dass sie am Ende ihres Lebens ein Zuhause hatte – aber für uns wird sie immer unsere Katze sein.
  • Nadine
    Nadine – das alte Schaf, das seinen Kumpel verloren hatte und zu lange alleine auf einer Weide stand. Aufgrund des Verdachts auf Pseudotuberkulose konnten wir sie nicht gleich übernehmen, sondern mussten erst die Quarantäne abwarten. Die vorherigen Besitzer haben sich zwar rührend um sie gekümmert, aber alleine war sie in der Zeit doch.
    Um so anrührender war es, wie sie sich dann langsam, ganz langsam unserer Herde und uns angeschlossen hat, wie sie angefangen hat, uns zu rufen und wie ihre alten Knochen langsam wieder in Schwung kamen. Leider war sie nur wenige Monate bei uns – sie wurde sehr krank und starb an dem Morgen, als wir sicher waren, das Schlimmste überstanden zu haben und dass es jetzt wieder bergauf geht.
  • Blinky
    Blinky war wohl das, was man einen besonderen Kater nennt. Als super aggressiver Kater vor der Einschläferung gerettet hat er sich bei uns in Mikroschritten entwickelt hin zu einem halbwegs normalen Leben. Dabei ist viel Blut (unseres) geflossen und ein beachtliches Angstregime aufgebaut worden (der Standardsatz der Besucher war immer „läuft Blinky hier herum?“). Und ja, herumgelaufen ist er, denn er wollte auch überall dabei sein – ob beim Füttern oder beim Hundespaziergang. Blinky hatte WAHNSINNIG grünen Augen und eine tief geschundene Seele. Sein Tod kam plötzlich und für uns vollkommen unerwartet.
  • Track
    Track war ein Querulant, der es je nach Laune gerne mal auf die Hühner abgesehen hatte. Zu dritt markierte er mit Trick & Tik den „Debattierclub“ und es sah immer so aus, als würden sie gerade etwas aushecken. Leider wurde ihm genau das zum Verhängnis …
  • Dooley
    Dooley war meine sichtbare Seele. Er war der eine, den es so auch nur einmal gibt.
    Geholt hatten wir ihn im August 2010 schon als schwerkranken „Notfallkater“ aus dem Tierheim Bonn, wo man SEHR zögerlich war, was seine Lebenserwartung anging. Bei uns war er dann schließlich 4 Jahre, 3 Monate und 9 Tage. Zu sehen, wie sich dieser alte, kranke, zerbissene und zerrupfte Kater in einen alten, kranken lebenswilligen und das Leben genießenden Kater verwandelt hat, war ausschlaggebend für das, was wir hier jetzt machen.
    Aber dann auch seinen langsamen Verfall zu sehen, zu sehen, wie er jeden Tag ein bisschen mehr abgebaut hat war uns eine Lehre in Bezug auf Grenzen des Möglichen und die Unterscheidung der Frage, was gut für die Tiere und was gut für uns ist.
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