Die Sache mit den Medien…

Durch einen Zufall sind in der letzten Zeit einige Medien auf uns aufmerksam geworden – erst die Oberbergische Volkszeitung (jaja, es gibt schönere Titel), dann gar der WDR. Welche Ehre. Oder auch nicht?

Nach wie vor fragen wir uns, ob „unsere Geschichte“ eine Geschichte wert ist. Es gibt so viele wie uns da draussen. Menschen, die sich kümmern (viel mehr noch als wir), Menschen die Geschichten zu erzählen haben. Aber nun gut, wir sind es geworden – und zugegebenermaßen waren die Artikel ja auch sehr nett.

Was nicht so schön an der Sache ist, dass nun immer mehr Menschen sich mit Anfragen an uns wenden, ob wir dieses oder jenes Tier aufnehmen können. Ich verstehe das natürlich total – als wir auch mal ein Tier unterbringen mussten, haben wir uns auch an jede Möglichkeit, jeden Strohhalm geklammert. Für mich ist das allerdings ganz grauenhaft, denn wir können momentan keine Tiere aufnehmen. Wir haben die Tiere, die wir zeitlich, finanziell und in Bezug auf den zur Verfügung stehenden Platz versorgen können. Mehr geht nicht und es bricht mir jedes mal das Herz, NEIN sagen zu müssen. NEIN zu den Streichelzoo Lämmchen, die nach der Saison nicht mehr klein und süß und damit überflüssig sind. NEIN zu den hunderten Martinsgänsen, die ihr kurzes Leben verlieren, während unsere Tag für Tag über die Wiesen marschieren und Spaziergänger anpöbeln. NEIN zu Kühen und Kälbern, deren Vergangenheit (und Gegenwart) so schlimm ist, dass ich schreien möchte, für die wir aber einfach auch gar keinen (Stall)Platz haben. Wir sind keine Opfer – ganz sicher nicht, das sind die Tiere. Aber es fällt mir schwer, in solchen Situationen nicht zu verzweifeln über meine begrenzten Möglichkeiten und das ganze Elend der Welt. Deshalb ist die Sache mit den Medien vielleicht doch gut: Wir können es nutzen: Augen aufmachen und nachdenken, Sachen spenden – gar nicht so sehr nur für uns, sondern damit wir andere, die auch Gutes tun, unterstützen können. Mehr Menschen erreichen, mehr Menschen (und damit den Tieren) helfen.

Also bitte, liebe Medien, berichtet ruhig, damit noch viel mehr Menschen wissen, dass Tiere genauso wie wir leben wollen, dass man was tun kann, dass manchmal auch eine alte Decke oder eine Europalette eine gute und sinnvolle Sache ist.