Ach, so ne 60qm Wohnung…

Manchmal gibt es so Situationen, in denen man denkt „ach, so ne 60qm Wohnung in der Stadt wäre auch schön“.

Das sind die Momente, in denen nicht viel übrig ist von Hofidylle, Sonnenschein und grünen Wiesen, auf denen sich die geretteten Tierchen tummeln. Alles ist nass, gefroren oder – fast noch schlimmer – im Auftauprozess. Der Boden ist matschig und rutschig. Alles, aber auch alles ist dreckig. Die Tiere lassen nichts von sich sehen, weil sie sich in den Ställen verbarrikadieren (und dort auch nicht gestört werden wollen). Die, die man sieht, sind die, die dann mit dreckigen Pfoten ins Haus rennen. Mit der Post kommen Rechnungen und die Futtervorräte sind auch nicht mehr das, was sie vor zwei Wochen noch waren.

Ich denke an die Leute, die jetzt beim veganen Brunch sitzen – Gutes tun (bzw. Schlechtes tun vermeiden) im Warmen bei gutem Essen. Auch nicht schlecht. Aber nicht meins. Nicht, dass ich es besonders super fände, bei feuchter Kälte draussen durch die Matsche zu stapfen. Im Gegenteil: ich hasse es. Aber was soll’s? Zum einen gibt es so unendlich viel Schlechteres in der Welt da draussen und auch ohne den Blick auf die gesamtpolitische Situation der ganzen Welt kann ich sagen: was soll’s?

Den Tieren beim Fressen zuzugucken oder beim Schlafen, beim Wiederkäuen; zu wissen, dass die unsichtbaren Schweinchen in ihrem warmen Strohhöhlen vor sich hinschnarchen, und sogar zu sehen, wie die Enten die ohnehin schon schlimme Matsche durch beharrliches Drin-Herum-Stochern noch viel schlimmer machen – all das ist es allemal wert. So lecker kann ein veganer Brunch gar nicht sein, um hier mithalten zu können

(Sabine)